News bei Condrobs

06.03.2010

Die Mehrheit der Frauen will arbeiten

München, 5. März 2010 – Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2010 macht der Präventions- und Suchthilfeverein Condrobs auf die Situation langzeitarbeitsloser Frauen aufmerksam. Mit seinem Arbeits- und Qualifizierungsprojekt für langzeitarbeitslose und ehemals Suchtmittel konsumierende Frauen, Viva Clara, unterstützt der Verein bereits seit 16 Jahren Frauen auf dem Weg zurück in die Selbstständigkeit. „Wir begrüßen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Neuregelung der Hartz IV-Sätze. Wir fordern jedoch, dass in den gegenwärtigen Debatten um Recht und Unrecht bzw. Höhe der Sätze die ebenso wichtige Frage nach geeigneten Maßnahmen zur Wiedereingliederung nicht außer Acht gelassen wird“, so Margot Kainz, Geschäftsführerin der Condrobs Beschäftigungs-GmbH. „Bei Viva Clara sehen wir täglich, wie dankbar unsere Klientinnen sind, endlich wieder eine geregelte Beschäftigung, eine Aufgabe und Perspektive zu bekommen. Die Mehrheit der Frauen möchte arbeiten, es fehlt aber an entsprechenden Angeboten.“ Die Arbeit in dem geschützten und dennoch realitätsnahen Arbeitsumfeld stärkt das Selbstvertrauen der Frauen und ihre Fähigkeiten. Zudem ist sie ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die soziale und gesellschaftliche Reintegration.

Individuelle und frauenspezifische Hilfe hat Erfolg

„Viele Frauen, die zu uns kommen, haben durch ihre Langzeitarbeitslosigkeit einen geregelten Tagesablauf verlernt. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, führt oft zu Depressionen und mangelndem Selbstwertgefühl“, erklärt Margot Kainz. „Die Arbeit bei Viva Clara stärkt die Frauen in Tagesstrukturierung, Motivation, Teamgeist und der schrittweisen Übernahme von Verantwortung und Verbindlichkeiten. Sie steigert das Selbstwertgefühl, fördert die Persönlichkeit und macht unabhängig.“ Wie erfolgreich das Konzept ist, zeigt ein Beispiel: Annika S. konsumierte bereits mit 15 Jahren Heroin und Kokain, lebte auf der Straße. Nach der Geburt ihrer Tochter machte sie eine Therapie, begann ein Studium der Sozialwissenschaft und wurde zwei Jahre später rückfällig. Die zweite Therapie in der frauenspezifischen Condrobs-Einrichtung Prima Donna mit anschließender Nachsorge ist erfolgreich: Die heute 28-Jährige entscheidet sich, an einer Beschäftigungsmaßnahme bei Viva Clara teilzunehmen. Die Arbeit in der Küche macht ihr so viel Freude, dass sie sich im Dezember 2009 entschließt, bei Viva Clara eine Ausbildung zur Köchin zu absolvieren.

Sorge um Unterstützung der Frauen in Wirtschaftskrise

„Diese Erfolgsgeschichte zeigt, dass Angebote wie Viva Clara für langzeitarbeitslose Frauen wichtig sind“, bemerkt Margot Kainz. „Derzeit müssen wir leider feststellen, dass die wirtschaftliche Situation zu Einsparungen führt und sich auf die Unterstützung der Frauen auswirkt.“ 2010 werden weitere Sozialpädagoginnenstellen gestrichen, obwohl ein viel höherer Bedarf besteht. Gleichzeitig drohen viele Frauen aus der Beschäftigungsmaßnahme herauszufallen, da diese nicht mehr verlängert werden kann. „Wir hoffen inständig, dass sich mit der Diskussion um Hartz IV und Armut in Deutschland der Fokus auch auf die notwendigen Eingliederungshilfen richtet“, wünscht sich Margot Kainz. „Die Reintegration in ein geregeltes Arbeitsleben ist für viele Frauen klares Ziel und gesunde Perspektive.“

 

Über Condrobs e.V.

Condrobs e.V. steht mit seinen vielfältigen Angeboten und 31 Einrichtungen in Oberbayern und Schwaben für innovative Konzepte in der Prävention und Suchthilfe. Mit vielfältigen und individuell abgestimmten Angeboten hilft Condrobs Suchtgefährdeten und -kranken, aus ihrer Sucht auszusteigen und in ein selbst bestimmtes, gesundes Leben sowie in Arbeit zurückzukehren. Parallel dazu berät und unterstützt Condrobs auch die Angehörigen. Schutz und Präventionsmaßnahmen vor allem für Kinder und Jugendliche in Schule und Familie sind ein Hauptanliegen von Condrobs e.V., der 1971 gegründet wurde. Weitere Informationen unter www.condrobs.de.

 

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