Neu: helfen hören Podcast Folge 5

Cannabis: Was heißt Prävention heute? (mit Anne Lubinski)

Es ist ein immer präsentes Thema in der Suchthilfe und der Arbeit mit jungen Menschen: Wie stellen wir uns in der Jugendarbeit dem Thema Cannabis? Welche Ziele verfolgt moderne Prävention, welche Rolle spielen dabei Informationskampagnen wie sie zuletzt von Daniela Ludwig, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, vorgestellte wurden? Und wie würden sich Szenarien wie Entkriminalisierung  im Hinblick auf Präventionsarbeit auswirken?
 
In der fünften Folge von helfen hören führen wir zu diesen spannenden Fragen  rundum das Thema Cannabis Prävention ein Gespräch mit Anne Lubinski, Condrobs‘ Fachreferentin für Prävention und Gesundheitsmanagement.
 


 

Mehr Ressourcen für Prävention vor Ort

Prävention braucht Präsenz, physisch vor Ort wie auch im Internet, erklärt Anne Lubinski als eine zentrale Botschaft. „In Kombination mit offenem Dialog auf Augenhöhe können Informationskampagnen Impulse geben für eine persönliche Auseinandersetzung.“ Das Problem: „Wir in der Präventionspraxis sind häufig gefordert, mit sehr wenig Ressourcen auszukommen. Prävention unterliegt immer freiwilligen Leistungen.“ Daher wünscht sich die Fachreferentin eine Umverteilung der Ressourcen hin zur finanziellen Sicherung der professionellen Präventionsarbeit vor Ort.

BzGA Expertise unterstreicht holistischen Ansatz

Die kurz nach Aufnahme dieses Podcasts aktualisierte Expertise zur Suchtprävention 2020 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstreicht Anne Lubinskis Einschätzung. Kernerkenntnisse dieser spannenden Publikation können zum Thema Cannabisprävention so zusammengefasst werden:
  1. „Massenmediale Kampagnen haben keine präventiven Effekte auf den Konsum von illegalen Substanzen.“ (S.54, 86.)
  2. Mehrkomponentenprojekte wirken in der universellen Prävention als Paket. Hier sind vor allem familienbasierte Programme in Kombination mit schulischen Ansätzen und Präsenz in Internetplattformen gefragt. Wichtig ist, dass die Projekte und deren Anbieter*innen sich  einem gemeinsamen Ziel  verpflichten.
  3. Aufklärung über Risiken zeigt allein keine hinreichende Wirkung.
  4. In der Prävention müssen Synergien mehrerer Verhaltensbereiche geschlossen werden. Neben Konsum geht es auch immer darum, welche sozialen Einflussmöglichkeiten jemand für sich erlebt, welche Selbstkontrollstrategien jemand für sich entwickelt hat u.v.m.

Das könnte Sie auch interessieren