22. Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

21.07. in München und Landsberg

 

Kundgebung und Gedenkfeier München

Drogentode sind verhinderbar. Und jede*r Verstorbene ist eine*r zu viel. Im Andenken an verstorbene Drogengebraucher*innen in München und der Forderung nach Veränderung treffen wir uns am

 
21. Juli 2020 um 11:00 Uhr auf dem Marienplatz
 
anlässlich des 22. Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen. Auch in diesem Jahr findet unsere Veranstaltung wieder unter der Schirmherrschaft unseres Oberbürgermeisters Dieter Reiter statt. Münchens dritte Bürgermeisterin, Frau Verena Dietl, hält eingangs ein Grußwort.
 
Wir, Caritas Therapieverbund Sucht, Condrobs e.V., die Münchner Aids-Hilfe und Prop e.V., sind als Suchthilfeträger täglich für Drogengebraucher*innen und suchtkranke Menschen da. Bei unserer Arbeit in Kontaktläden, Beratungsstellen und in Therapien sehen wir: Drogentode sind kein Kollateralschaden! Mit den richtigen Mitteln hätten wir vielen der Menschen, denen wir am 21.7. gedenken wollen, helfen können. Dass anderorts erprobte Maßnahmen wie Drugchecking oder Konsumräume als Teil einer repressiven Drogenpolitik immer noch verhindert werden, erschwert unsere Arbeit und rückt Menschen mit Suchterkrankungen weiter an den Rand der Gesellschaft. Auch die neue Isolation durch Corona-Maßnahmen traf diese Gruppe besonders. Unser Zusammenkommen soll also im Zeichen des Gedenkens und Umdenkens stehen.
 
Neben Redebeiträgen der teilnehmenden Träger wollen wir die Vornamen der seit Juli 2019 verstorbenen Drogengebraucher*innen in München verlesen und gemeinsam eine Schweigeminute abhalten. Während der Veranstaltung wird erneut eine Skulptur, die auf die Missstände der bayerischen Drogenpolitik aufmerksam macht, platziert. Zwei Münchner Musiker sorgen mit Gitarre und Cajon für die musikalische Untermalung.
 
Coronabedingt findet unsere Veranstaltung in diesem Jahr unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen und ohne Infostände statt. Wir bitten Besucher*innen, Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und vorgeschriebene Mindestabstände einzuhalten.
 
Wir laden Betroffene, Angehörige, Interessierte sowie Vertreter*innen der Presse und Politik herzlichst dazu ein, mit uns gemeinsam den verstorbenen Drogengebraucher*innen des letzten Jahres zu gedenken. 
 
 
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Kundgebung und Gedenkfeier Landsberg

Am nationalen Drogentotengedenktag möchten wir, gemeinsam mit Betroffenen, Kolleg*innen, Kooperationspartner*innen und Bürger*innen ein Zeichen setzen.

1398 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland an illegalen Drogen gestorben - ein Anstieg um fast zehn Prozent. Hauptursache sind, wie in den vergangenen fünf Jahren, Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin, sowie die Kombination mit anderen Substanzen.
Daher möchten wir gemeinsam mit Ihnen ein Zeichen unserer Trauer und unseres Protestes setzen. Wir freuen uns, Sie
 
am 21.07.2020 von 13-15 Uhr am Hauptplatz in Landsberg
 
zu treffen und gemeinsam unter dem Motto #dufehlst für
  • die Wahrnehmung von Sucht als anerkannte Erkrankung
  • die Entkriminalisierung von Drogenkonsument*innen
  • die Schaffung von Drogenkonsumräumen
  • eine flächendeckende Substitution

einzustehen und gleichzeitig für die Verstorbenen zu trauern.