Unter dem Motto „Recycling verbindet: Teilhabe durch Nachhaltigkeit!“ verwandelt sich der Marienplatz am 24. Juni von 13 bis 17 Uhr in eine Plattform für soziale Kreislaufwirtschaft. Soziale Betriebe und Projekte aus ganz Münchner zeigen, wie Recycling nicht nur die Umwelt entlastet, sondern gleichzeitig Beschäftigung, Qualifizierung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht .
Vom Elektroschrott zur neuen Perspektive
Was passiert eigentlich mit alten Elektrogeräten, ausrangierten Fahrrädern oder gebrauchten Gegenständen? Die Veranstaltung macht sichtbar, wie soziale Betriebe durch Reparatur, Wiederverwendung und fachgerechtes Recycling einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten. Besucher*innen erhalten Einblicke in die manuelle Zerlegung von Elektroaltgeräten, ein Verfahren, das
eine besonders hohe Recyclingquote ermöglicht. Doch hinter dieser Arbeit steckt weit mehr als reine Materialverwertung: Sie bietet Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt Schwierigkeiten haben, eine sinnvolle Aufgabe und neue berufliche Perspektiven.
Münchens Strategie gegen wachsende Müllberge
Angesichts wachsender Müllmengen und steigenden Ressourcenverbrauchs gewinnen regionale Wiederverwendung und Recycling in München zunehmend an Bedeutung. Soziale Betriebe spielen eine Schlüsselrolle in der Lösung dieses Problems.
Durch regionale Verarbeitung statt weiter Transportwege, Reparatur statt Wegwerfen und durch gezielte Förderung von Wiederverwendung leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Müllmengen. Während klassische Entsorgungswege oft auf Effizienz und Masse setzen, verfolgen soziale Betriebe einen anderen Ansatz: Sie kombinieren Ressourcenschonung mit gesellschaftlichem Engagement. Das Ergebnis sind Arbeitsplätze mit Sinn, ein bewussterer Umgang mit Rohstoffen und ein Modell, das Umwelt- und Sozialpolitik sinnvoll zusammenführt.
Mitmachen, ausprobieren, ins Gespräch kommen Die Veranstaltung „Recycling verbindet: Teilhabe durch Nachhaltigkeit!“ lädt auf dem Marienplatz dazu ein, nachhaltige Projekte kennenzulernen und bietet eine einmalige Gelegenheit mit den Akteur*innen ins Gespräch zu kommen, hinter die Kulissen nachhaltiger Arbeit zu blicken und konkrete Lösungen für die Zukunft kennenzulernen.
Journalist*innen und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen – am 24. Juni von 13 – 17 Uhr, mitten im Herzen Münchens.
Unterstützende Organisationen
Das Referat für Klima- und Umweltschutz beteiligt sich mit Mitmachformaten für Jung und Alt und hält spannendes Infomaterialien zum Thema Re:lektro bereit. Vertreten sind die Kommunikationsmarke Re:think München sowie die Circular Economy Koordinierungsstelle des Referats für Klima- und Umweltschutz.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) ist mit ehrenamtlichen Abfallberater*innen und einem Müllquiz vor Ort vertreten.
Auch Circular Munich beteiligt sich am Nachhaltigkeitstag. Die Non-Profit-Organisation vernetzt seit 2022 Bürger*innen, Unternehmen, Institutionen und Verwaltung, um den Wandel hin zu einer zirkulären und nachhaltigen Stadt aktiv mitzugestalten. Durch Events, Workshops und Projekte fördern sie den urbanen Wandel und wollen mehr Menschen begeistern, Partnerschaften auszubauen und konkrete Circular Economy Projekte umzusetzen
Beteiligte soziale Betriebe und Projekte
anderwerk verbindet Recycling mit sozialer Teilhabe: In der Lernstatt Recycling werden Elektro-Altgeräte fachgerecht demontiert, sortiert und wertvolle Rohstoffe für den Kreislauf zurückgewonnen. Gleichzeitig bietet der Betrieb Menschen, die lange ohne Arbeit waren oder erschwerte Zugänge zum Arbeitsmarkt haben, Beschäftigung, Qualifizierung und konkrete Schritte zurück in berufliche Strukturen. Wir zeigen, wie Kreislaufwirtschaft im Alltag funktioniert – und was sie für die Teilnehmenden bedeutet: sichtbare Arbeitsergebnisse, verlässliche Tagesstruktur, neue Kompetenzen und das Gefühl, einen gesellschaftlich relevanten Beitrag zu leisten. Damit zahlt anderwerk sowohl auf die berufliche Wiedereingliederung als auch auf die Zero-Waste-Strategie der Landeshauptstadt München ein.
Condrobs ConJob ist ein sozialer Beschäftigungsbetrieb für Elektroschrottrecycling, Datenlöschung und Remarketing und bietet etwa 100 Menschen Beschäftigung und Qualifizierungsmöglichkeiten. Die soziale und berufliche Integration von (langzeit-)arbeitslosen Erwachsenen und die Teilhabe am Arbeitsmarkt stehen im Vordergrund. Erfahrene Arbeitsanleiter*innen begleiten die Maßnahmeteilnehmer*innen und fördern Schlüsselqualifikationen sowie branchenspezifisches Know-how. Sozialpädagogische Unterstützung ist integraler Bestandteil des Programms, um psychosoziale Hürden zu überwinden und das Selbstwertgefühl zu stärken. In den letzten Jahren hat ConJob seine Verwertungskapazitäten nahezu verdoppelt und trägt damit wesentlich zur Behandlung und nachhaltigen Entsorgung des Elektroschrotts in München bei.
Condrobs Spendenladen & Secondhand: „Spenden. Stöbern. Gutes tun.“ Mit dem Beschäftigungsprojekt betreibt Condrobs einen Secondhandladen in der Emanuelstraße. Nicht nur gut erhaltene Sachspenden bekommen dort eine zweite Chance, auch Teilnehmer*innen mit Suchterfahrung erhalten in verschiedenen sozialpädagogisch begleiteten Maßnahmen die Möglichkeit einer stabilisierenden, sinnstiftenden Tätigkeit, um ihr Leben wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Die Erlöse gehen zu 100% an die sozialen Projekte von Condrobs.
Dynamo Fahrradservice Biss e.V. ist ein anerkannter gemeinnütziger Verein, der die Förderung der sozialen, beruflichen und allgemeinen Bildung von benachteiligten und von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen zum Ziel hat. Zu diesem Zweck führt der Verein einen sozialen Betrieb im zweiten Arbeitsmarkt mit Fahrradladen und Recyclingwerkstatt.
Erfindergarden mit zwei Projekten – Werkzeugbibliothek und MachsGanz: Erfindergarden ist eine gemeinnützige Organisation deren Vision es ist, Spaß am gemeinsamen Reparieren zu vermitteln. Durch die Bereitstellung von Praxiswissen und Bildungsangeboten werden (junge) Menschen dazu inspiriert, sich selbsttätig für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Das Projekt MachsGanz wird gefördert vom Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) des Referats für Arbeit und Wirtschaft und richtet sich an junge Erwachsene. Durch Reparatur-Workshops in Schulen und Freizeiteinrichtungen vermittelt es handwerkliche Skills, animiert dazu praktische Fähigkeiten zu entdecken sowie Kompetenzen auszubauen und bietet eine erste Berufsorientierung im Bereich Handwerk. Mit der Münchner Werkzeugbibliothek ist Leihen einfacher und günstiger als Kaufen: Sie verleiht Werkzeuge, Reinigungsgeräte, Lastenräder und vieles mehr. Ziel ist es, Neuanschaffungen und Müll zu vermeiden, Menschen zum Selbermachen, Reparieren und zirkulären Wiederverwenden zu befähigen, sowie ein nachhaltiges Miteinander zu stärken, in dem Ressourcen und Wissen geteilt werden. Die Bibliothek ermöglicht allen Menschen – unabhängig von Einkommen oder Wohnsituation – den Zugang zu handwerklichen Fähigkeiten und Selbstermächtigung.
IMAL öffnet jeden Samstag seine Türen im Kreativquartier am Leonrodplatz für alle, die etwas herstellen, verändern, ausprobieren oder einfach nur einmal jenseits der eigenen vier Wände experimentieren wollen. Werkstatt: In den Werkstätten stehen Materialien und Geräte zur Verfügung, um Dinge zu reparieren, umzuarbeiten, neu zu erstellen und handwerklich zu experimentieren. Workshops: Im Atelier bieten wechselnde (Upcycling-) Workshops die Möglichkeit, neue Techniken zu erlernen und auszuprobieren. Manche davon sind besonders für Familien geeignet. Offenes Atelier: Immer dann, wenn der eigene Platz zu klein ist, die Arbeit in einer Gemeinschaft einfach mehr Spaß macht oder ein spezielles Gerät benötigt wird (z.B. Nähmaschine, Druckwalze, Linolschnitt-Werkzeug etc.) bietet sich das IMAL-Atelier als Raum für freie Arbeit an.
Regenbogen Arbeit gGmbH ist eine Inklusionsfirma, die sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit (und ohne) Behinderung schafft. Seit über 30 Jahren sind wir im Bereich Entsorgung und Nachhaltigkeit in München und Umgebung unterwegs. Wir betreiben 2 Wertstoffhöfe (Planegg und Pullach) mit angegliedertem Entrümpelungs- und Anlagenpflegeservice sowie Gebrauchtwarenhandel. Zudem haben wir in Haar einen Entsorgungs- und Entrümpelungsbetrieb, an den ein Gebrauchtwarenladen sowie ein Selfstorage angeschlossen sind. Abgesehen von diesem Entsorgungsbereich werden Kantinen sowie eine Gemüseverarbeitung betrieben.

