München, 20.11.2020 – „Gewalt endet hier!“ Mit dieser Haltung begeht Condrobs die Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen*, Mädchen, Jungen und non-binären Menschen sowie den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*. Ein neues Positionspapier des Vereins zeigt auf: Gewalt an Frauen* ist tief in unseren Machtverhältnissen verwurzelt. Und für eine Lösung muss noch viel getan werden.
 
Eine Zusammenfassung der Forderungen:

Gewalt als System erkennen und öffentlich machen

64 % der Täter*innen stammen aus dem näheren sozialen Umfeld der Opfer1. Gewalt wird so häufig im Tabu der eigenen vier Wände verübt und als privates Problem gesehen. Themaverfehlung! Die Zahlen beweisen – Gewalt an Frauen* hat System.
 
Wir fordern:
  • bestehende Machtverhältnisse verwerfen
  • echte Parität schaffen

Prävention ausbauen – Gewalt verhindern

Was ist echte Stärke? Wie löst man Konflikte ohne Gewalt? Und ab wann spricht man überhaupt von Gewalt? Von Kindesalter an müssen die Antworten auf diese Fragen klar sein.
Doch auch Erwachsene müssen verstehen:  Gewalt hat keine Grauzonen! Besonders bei neuartigen Formen von digitaler Gewalt wie Cybermobbing, Stalking oder Rachepornographie gibt es noch Aufholbedarf!

Wir fordern:
  • Gewalt-Prävention ab Kindesalter
  • Aufklärung auf allen Ebenen
  • ein digitales Gewaltschutzgesetz

Opfern helfen, mit Täter*innen arbeiten

So einfach sollte es sein: Wer Gewalt erfährt, bekommt Hilfe. Manche  Frauen* stehen aber bei Hilfsangeboten wie Frauenhäusern vor bürokratischen Hürden. Frauen*, deren Gewalttäter nicht der Partner, sondern etwa der Vater oder Bruder sind, haben es zum Beispiel schwer, Schutz zu bekommen.

Ähnlich geht es suchtkranken Frauen*, die sind von regulären Frauenhäusern ausgeschlossen sind. Wir begrüßen die aktuelle Bestrebung des Münchner Sozialausschusses, unseren langjährigen Forderungen entgegenzukommen und diese Lücke zu schließen.
 
Wir fordern:
  • bedingungslose Hilfe für ALLE Frauen*
  • schnelle Umsetzung und bayernweiter Ausbau von spezialisierten Frauen*häuser für suchtkranke Frauen*

Sucht als Folge von Gewalt anerkennen

Aus unserer Arbeit mit suchtkranken Frauen* wissen wir, dass Mehrheit Gewalt erlebt hat. Oft entsteht die Sucht aus diesem Trauma.
 
Wir fordern:
  • gesellschaftliche Aufklärung über Suchtursachen
  • das Stigma von suchtkranken Menschen beenden
 
Das Positionspapier in voller Länge gibt es hier (PDF)
 
Mehr zur Kampagne unter condrobs.de/gewalt
 
[1] Global Study on Homicide, Gender related killing of women and girls, 2019, S.18. Web. https://www.unodc.org/documents/data-and-analysis/gsh/Booklet_5.pdf