Condrobs bietet im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Jugendsozialarbeit mit neun Fachkräften in sechs Schulen, von der Grund- bis zur Berufsschule. Die Schwerpunkte der Schulsozialarbeit sind Gewalt- und Suchtprävention an Schulen. Das Team ist Ansprechpartner für Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und andere Multiplikator*innen, direkt vor Ort in den Schulen. Wie aber gestaltet sich die Arbeit in Zeiten von Corona im Homeschooling? 
 
Hier der Bericht einer Schulsozialarbeiterin aus einer Grundschule im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Februar 2021:
 
6 Uhr - Der Wecker klingelt.
 
7.00 Uhr - Ankunft in der leeren Schule, FFP2-Maske auf. Kaffee aus dem Lehrerzimmer, gar nicht so stark wie zu Schulzeiten. Die Kinder der Notgruppe grüßen müde und laufen verschlafen, mit großem Abstand, zu ihren Einzeltischen.
 
8.00 Uhr - E-Mails im Büro checken, irgendwie ist das Schul-WLAN mal wieder am Anschlag. Ohne Nutzung aus jedem Klassenzimmer ist es scheinbar unterfordert.
 
8.50 Uhr - Technik-Test - Videocall mit allen Sozialarbeiter*innen der Schulen im Landkreis gemeinsam mit den Leitungen und Mitarbeiter*innen im Landratsamt.
 
10.00 Uhr - Videokonferenz beendet, Zeit die Sachen zusammenzusuchen und die FFP2-Maske wieder aufzusetzen. Die Zeit allein im Büro ist vorbei.
 
10.20 Uhr - Betreuung der Notgruppe mit Schülerinnen und Schülern der 1. bis 4. Klasse: Schülerin 1. Klasse mag lieber mit ihrem Stofftier spielen, als Dreiecke auszuschneiden. Schülerin aus der 4. Klasse ist schon seit 20 Minuten fertig und will jetzt unbedingt neue TikToks drehen. Da bekommt eine Schülerin aus der 3. Klasse einen Wutanfall - ihre Klassenlehrerin schaltet sie in der Videokonferenz immer auf stumm. Dabei wollte sie doch wirklich nur eine Frage stellen und auf keinen Fall reinquatschen...
 
12.00 Uhr - Endlich Spielpause auf dem Schulhof, ohne Schneebälle zu werfen natürlich!
 
13.10 Uhr - Die Kinder sind nach Hause und in den Hort gestiefelt. Auch ich verlasse die Schule. Kurz durchatmen. Fahrt zum Hausbesuch.
 
13.20 Uhr - Ankunft in einer Gemeinschaftsunterkunft, FFP2-Maske auf. Wegen des Schneefalls muss das Gespräch im Haus stattfinden. Der Hausbesuch verläuft gut, das Kind mit Migrationshintergrund findet nach 10 min zurück zur deutschen Sprache, während sich die Kindesmutter auf Englisch große Sorgen um die Hygiene in der Gemeinschaftsküche macht und froh ist, dies endlich jemand anderem außer ihrem Mann kundzutun. Ich habe teilweise den Überblick zwischen Denglisch, Erklärungen und Zeichensprache verloren - wie schafft das Kind das?
 
14.30 Uhr - Rückfahrt ins Büro
 
15.00 Uhr - Telefonische Rücksprache mit verschiedenen Lehrer*innen über Einzelfälle aus der Notgruppe und Hausbesuchen - wir sind ja alle im mobilen Arbeiten.
 
16.00 - 19.00 Uhr - Pause
 
19.00 - 20.30 Uhr - Online-Weiterbildung zum Thema Stottern bei Kindern und Umgang mit stotternden Kindern im Schulkontext - ich lerne trotz Müdigkeit vieles und nehme mir vor, es am nächsten Tag auf unsere Wissensplattform hochzuladen, nach der Online-Teambesprechung um 8 Uhr...
 
Hoffentlich ist bald wieder Schule :-)