Die Expertenstelle des Europarates für Menschenhandel (GRETA) lobt in einem neuen Bericht, dass Deutschland seinen nationalen Rechtsrahmen gegen Menschenhandel seit der ersten Bewertung der Umsetzung der Konvention zur Bekämpfung des Menschenhandels im Jahr 2015 deutlich weiterentwickelt hat.
 
Der Bericht ist allerdings nicht nur positiv, auch die Bedingungen in bayerischen Ankerzenten werden dargestellt. In einem offenen Brief vom 15. November 2018 wendet sich Condrobs gemeinsam mit den Akteur*innen des Münchner Aktionsbündisses für geflüchtete Frauen an die verantwortlichen Politiker*innen und fordert eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen, insbesondere von Frauen in den bayerischen Ankerzentren. Hier leben mehr als 1.500 gemischtgeschlechtliche Geflüchtete pro Zentrum auf engem Raum. Frauen können ihre Zimmer nicht abschließen, es gibt keinen strukturellen Schutz vor Übergriffen. Zahlreiche geflüchtete Frauen sind schwanger. Deshalb müssen Frauen und ihre Kinder besonders geschützt werden, sie müssen einfachen und sicheren Zugang zu psychosozialen Hilfsangeboten bekommen. Das Aktionsbündnis fordert außerdem den Ausbau separater Unterkünfte für alleinstehende geflüchtete Frauen und ihre Kinder.
 
GRETA [Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings] sieht die Situation in bayerischen Einrichtungen problematisch:
 
GRETA ist besorgt über die Pläne zur Unterbringung von asylsuchenden Kindern in großen Unterbringungszentren für Asylbewerber (sogenannte Ankerzentren). GRETA wurde über die schwierige Situation in einigen der bayerischen Aufnahmezentren informiert, die diesem Modell bereits folgen, wobei eine beträchtliche Anzahl von Asylbewerbern, einschließlich Kindern, in unzulänglichen Bedingungen untergebracht wurden und das Personal nicht ausreichend ausgebildet  und für die Arbeit mit Kindern nicht qualifiziert war. […] Die Behörden haben sich auf Maßnahmen der bayerischen Behörden zur Gewährleistung der Sicherheit von Personen in Asylzentren, einschließlich Kindern, gestützt, indem sie seit Anfang 2019 Koordinatoren für die Bekämpfung von Gewalt in Asylunterkünften in Bayern ernannt haben.