Condrobs verzeichnet eine steigende Nachfrage an Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen. Einer der Schwerpunkte der Arbeit von Inside @ School ist Cybermobbing.

EINE OFFENE TÜR IN DER SCHULE
Die Inside @ School-Mitarbeiter*innen in München stehen Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern an 15 Schulen beratend zur Seite, unterstützt u. a. vom Justin-Rockola-Soforthilfe e. V. und von der Landeshauptstadt München. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist Condrobs jetzt in fünf Schulen vertreten.

Seit einiger Zeit beobachtet Patrick Hey, Einrichtungsleiter von Inside @ School, die Zunahme von Cybermobbing in der Beratung: „Was früher eine dumme Bemerkung auf dem Schulhof war, gewinnt schnell an Schärfe, wenn es in der Whats-App-Gruppe der Klasse schriftlich verbreitet wird.“

LERNPROZESS ANSTOSSEN
„Da für den Täter oder die Täterin die Reaktion des Opfers auf eine verletzende Aussage oder ein despektierliches Bild in einem sozialen Netzwerk nicht sichtbar ist“, berichtet Hey, „beobachten wir immer wieder, dass den Schüler*innen das Ausmaß ihrer Handlungen gar nicht klar ist. In unserer Intervention geht es daher um frühzeitiges Bewusstmachen, welchen Schaden beleidigende Inhalte über andere anrichten können. Weil Cybermobbing nicht an der Schultür oder nach Schulschluss endet, erleben wir immer wieder Mobbingopfer in unseren Beratungen, die schon nach wenigen Tagen den morgendlichen Schulgang wie einen Spießrutenlauf empfinden.“

SCHNELLE HILFE
In moderierten Klassenräten oder Kleingruppen können die Condrobs-Mitarbeiter*innen eingreifen und eskalierende Situationen vermeiden. Hey: „Wir stärken die Opfer und nehmen ihnen die Schuldgefühle, sie seien selbst verantwortlich für ihre Situation. Sie entscheiden, welche Prozesse wir in Gang setzen. Der oder die Täter*innen selbst zeigen oft schnell Einsicht.“ In der Klasse wird dann ein Lernprozess über richtiges Sozialverhalten in der Web-Kultur und Aufklärung über rechtliche Konsequenzen eingeleitet. Die Pädagog*innen bestärken die Schüler*innen aber auch, Zivilcourage zu zeigen und sich nicht automatisch auf die Seite der anonymen Masse zu begeben – ein Lernziel, das Schule machen sollte.