Oktoberfest 2019: Bilanz der Condrobs-Streetwork

Erfolgreiche WiesnGentleman-Kampagne

Eine positive Bilanz zieht der Condrobs e.V., der auch in diesem Jahr auf und im Umfeld des Oktoberfestes aktiv war: Condrobs trug zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander auf dem Oktoberfest bei und machte die Wiesn Tag für Tag ein Stück sicherer und besser. Prävention hat sich das mittlerweile unter Wiesnbesucher*innen bekannte und beliebte WiesnGentleman-Projekt von Condrobs auf die Fahnen geschrieben: An den 16 Wiesn-Tagen wurden knapp 16.000 Personen zu den Themen Konsumrisiko, Zivilcourage und Sicherheit sensibilisiert. Die Streetworker*innen waren zudem an den Wiesn- Wochenenden und vor dem Feiertag im Einsatz und verzeichnen 234 Interventionen. Zusätzlich standen die Mitarbeiter*innen der Condrobs-Einrichtung easyContact mit dem Präventionsprojekt HaLT minderjährigen Wiesn-Besucher*innen zur Seite, die mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen.

 

CONDROBS-WIESN-STREETWORK 2019 IN ZAHLEN

Die Condrobs-Streetworker*innen halfen 2019 insgesamt 113 jungen Menschen in und um die Wiesn, etwas weniger als in den Vorjahren. „Die Tatsache, dass unsere Streetworker*innen weniger jungen Menschen in Notsituationen helfen müssen, ist für uns ein positives Signal: Prävention wirkt! „Auch Polizei und weitere Akteur*innen sind inzwischen im Umfeld der Wiesn präsenter und tragen dazu bei, dass möglichst alle friedlich feiern können“, erläutert Frederik Kronthaler, Condrobs-Geschäftsführer Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene. Fast immer war das Gespräch von essenzieller Bedeutung: Beruhigung in schwierigen Situationen oder das Besprechen des Heimwegs. Aber auch das Mobilisieren von Freund*innen war häufig gefragt, damit die jungen Leute sicher nach Hause kamen. Insgesamt 21 Mal alarmierten die Streetworker*innen einen Krankenwagen, acht Klient*innen wurden in eine weitergehende Beratung vermittelt. Erfreulich fiel die weiterhin niedrige Zahl von drei Fällen mit Drogenkonsum auf.
 
Positiv bilanziert Condrobs auch, dass im Vergleich zum Vorjahr (2018: 6 Fälle) keine Kontakte aufgrund von Gewalttätigkeit zu verzeichnen waren. Hilfe benötigten größtenteils junge Männer* von 18 bis 25 Jahren (knapp 80%), einige (35 Kontakte) waren stark alkoholisiert. Die Einsätze konzentrierten sich auf den späteren Abend bis in die Nacht: Daher waren an den Wochenenden und vor dem Feiertag von 19 bis 23 Uhr jeweils vier Streetworker*innen der Einrichtungen ConAction und HaLT in München im Umfeld der Festwiese unterwegs und halfen den jungen Wiesn-Besucher*innen mit konkreten Unterstützungsangeboten und Sofortmaßnahmen – wie beispielsweise auch das unmittelbare Eingreifen, wenn gegenüber Frauen* und Mädchen* Grenzüberschreitungen beobachtet wurden.
 
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Das Condrobs-Wiesn-Streetwork-Team

HaLT: HART AM LIMIT ZUR WIESN 2019

Das Projekt HaLT (Hart am Limit) der Condrobs-Einrichtung easyContact unterstützte die Condrobs-Streetwork ebenfalls zur Wiesn-Zeit tatkräftig: Insgesamt 12 Minderjährige, die von der Wiesn mit Alkoholintoxikation in Münchner Kliniken eingeliefert wurden, nahmen das Angebot eines Hilfegesprächs mit den erfahrenen HaLT-Sozialarbeiter*innen an, einige zusätzlich auch Gespräche mit den Eltern. Die jungen Menschen werden dabei aufgeklärt und dafür sensibilisiert, künftig beim Feiern reflektierter und bewusster zu handeln, um nicht mehr in eine solch riskante, akut gesundheitsgefährdende Situation zu geraten.
 

POSITIVE RESONANZ BEIM WIESNGENTLEMAN

So viele Wiesn-Besucher*innen wie noch nie holten sich am WiesnGentleman-Bus am Esperantoplatz das beliebte „Glubberl“ - gern getragenes Wiesn-Utensil, das man(n) sich gerne an die Tracht steckt.
 
Condrobs sensibilisierte so erstmalig knapp 16.000 meist männliche Wiesnbesucher* dazu, ein echter WiesnGentleman zu sein: Seit 2013 ruft Condrobs mit dem WiesnGentleman dazu auf, Grenzen zu respektieren, Respekt gegenüber allen anderen Wiesn-Besucher*innen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe zu zeigen, achtsam im Umgang miteinander zu sein und Zivilcourage zu zeigen, wenn andere Hilfe brauchen.
 
 
Die WiesnGentleman-Postkarte
WiesnGentleman-Spot in Kooperation mit dem Harry Klein Club in München (Link)
Weitere Informationen unter: www.wiesngentleman.de
 
Die überwiegende Mehrheit der angesprochenen Besucher* zeigte sich interessiert und motiviert, als überzeugter „WiesnGentleman“ aufs Festgelände und in die Zelte zu gehen.
 
 

EHRUNG FÜR ZIVILCOURAGE

Für die Wahl zum „WiesnGentleman 2019“ hatte Condrobs wieder zahlreiche Bewerbungen erhalten, unter denen eine prominent besetze Jury den diesjährigen Gewinner auswählte. Am 4.10.2019 erhielt der 32-jährige Peter B. im Käfer-Festzelt auf der Wiesn feierlich von Oberbürgermeister Dieter Reiter die Auszeichnung, die mit einem Gutschein für ein Hirmer-Wiesn-Outfit verbunden ist. Ein ausführlicher Bericht über den WiesnGentleman 2019 ist hier zu finden.
 
Condrobs ehrte zusätzlich eine der beiden Frauen, die am 30.09.2019 eine einfahrende S-Bahn gestoppt hatte und so einem Wiesnbesucher, der sonst überrollt worden wäre, das Leben rettete. Am 8.10.2019 erhielt sie im Beisein des Wiesn-Stadtrats der Landeshauptstadt München Otto Seidl im Rathaussaal einen Gutschein für ein exklusives Filmerlebnis im Kino der „The Walt Disney Company Deutschland“ für 30 Personen. Frederik Kronthaler hob hervor: „Dieses mutige Einschreiten ist umso bedeutender, weil andere wegschauten und nicht halfen! Wir müssen alles tun, damit Zivilcourage und das Eintreten für Schwächere in unserer Gesellschaft wieder selbstverständlich wird.“
 
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Auf dem Bild: Frederik Kronthaler, Geschäftsführer Angebote Jugendliche und junge Erwachsene bei Condrobs e.V.; Nermina M., Gewinnerin Sonderpreis Zivilcourage; Otto Seidl, Wiesn-Stadtrat der Landeshauptstadt München

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