Risiko K.-o.-Tropfen

Sicher feiern ohne böses Ende

Junge Menschen sind oft noch unerfahren beim Feiern in öffentlichen Clubs. Condrobs macht auf Gefahren aufmerksam und klärt über Risiken wie K.-o.-Tropfen auf.

JUGEND IN DER GROSSSTADT
München ist wie zahlreiche Großstädte ein buntes, vielfältiges Mosaik, das gerade junge Menschen anzieht. Aber in der Anonymität liegen auch Gefahren. K.-o.-Tropfen sind eine Gefahr, über deren Risiken Jugendliche besser aufgeklärt werden müssen.

FEIERKOMPETENZ VERMITTELN
Kay Mayer, Einrichtungsleiter der Condrobs-Streetwork- Einrichtung ConAction, nennt es „Feierkompetenz“: „Wir erleben immer wieder, dass junge Leute in die Großstadt kommen und sich der Gefahren nicht bewusst sind. In der Streetwork schaffen wir einen Anker für Jugendliche.“ Er erläutert: „Selbst wenn sie schon mal über K.-o.-Tropfen aufgeklärt wurden, ist das bei den Jugendlichen oft nicht verinnerlicht. Unser Ziel ist es, dass jede*r Schutzmechanismen im richtigen Moment draufhat und ihre*seine Grenzen kennt. Feierkompetenz, das heißt also: Wie gestalte ich zusammen mit meinen Freund*innen das Feiern so, dass der Spaß nicht jäh zu Ende geht?“

RISIKO K.O.-TROPFEN
K.-o.-Tropfen sind eine tückische Gefahr: Sie sind schwer nachweisbar, die Opfer können sich meist selbst nicht an das Geschehen erinnern. Täter setzen die Substanzen meist ein, um gerade Mädchen* und Frauen* sexuell zu missbrauchen oder zu vergewaltigen, aber auch für Raubdelikte an Jungen* und Männern*. Bei hohem Alkoholpegel droht in der Wechselwirkung mit den Substanzen in K.-o.-Tropfen im schlimmsten Fall eine tödliche Atemlähmung.

WIRKUNG VON BENOMMENHEIT BIS ÜBELKEIT
K.o.-Tropfen sind geruchlos, farblos und nahezu geschmacklos. Die Symptome setzen schon nach 10–20 Minuten ein: erst Gefühle von Entspannung und Euphorie, die übergehen können in aggressives Verhalten auch gegenüber Freund*innen sowie in Übelkeit und Schwindel. Das Opfer wird willenlos oder sogar bewusstlos. Die Wirkungsweise ähnelt der von Alkohol, so dass das Opfer selbst und die anderen denken, es sei stark betrunken. Doch wenn Freund*innen aufmerksam bleiben, haben die Täter kein leichtes Spiel und können ihr benommenes Opfer nicht unbemerkt wegbringen. Bei anfallartigen Muskelkrämpfen, Atemnot oder Verwirrtheit sollte schnellstmöglich der Notarzt verständigt werden.

MIT STREETWORK JUNGE MENSCHEN ERREICHEN
„Wir stellen fest: Nachts auf der Partymeile können unsere Streetworker*innen aufklären auf Augenhöhe, ohne erhobenen Zeigefinger“, betont Mayer. Eine Erfahrung, die in der Suchthilfe längst Schule gemacht hat: Prävention und Sensibilisierung funktionieren erfolgreich nur in der Szene selbst. Die Botschaft kommt in der Situation nachts vor dem Club erst wirklich an. Denn hier werden sich junge Menschen bewusst, dass sie ungewollte Stresssituationen vermeiden wollen und müssen.

 

TIPPS ZUM FEIERN OHNE BÖSES ENDE

  • Beim Ausschank an der Bar den Weg des Glases immer im Blick halten
  • Das eigene Getränk in der Hand halten, niemals unbeobachtet stehen lassen
  • Im Zweifelsfall auf einen Drink verzichten oder weggießen
  • Gemeinsam im Freundeskreis den Heimweg antreten
  • Niemanden allein lassen, egal wie die*derjenige sich verhält
  • Wenn eine*r der Freund*innen starke Symptome (z.B. kurzzeitige Bewusstlosigkeit) zeigt, Notarzt rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten


Condrobs ConAction macht seine Streetwork in der Lebenswelt von Jugendlichen. Ihre Spende hilft uns, weiterhin vor Ort Ansprechspartner*innen in Sachen Alkohol- und Suchtprävention zu sein.

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