Schnelle Hilfe für Jugendliche mit der neuen App InfoSTAr

Arbeitskreis Sucht Starnberg präsentiert digitales Hilfsangebot

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Mitglieder vom Arbeitskreis Sucht Starnberg stellten die App InfoSTAr vor: Matthias Taube (von links), Julia Hohenleitner, Sophie von Wiedersperg, Wolfram Skasa-Weiß und Bernadette Ley. Foto: Condrobs e.V.
 
Starnberg, 20. Juli 2018: Du hast Stress mit den Eltern? Es gibt Probleme in der Schule, in der Ausbildung oder im Beruf? Du hast Fragen rund um Sexualität oder zum Thema HIV und Aids? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bietet die neue App InfoSTAr vom Arbeitskreis Sucht Starnberg. Jugendliche sollen auf diesem Weg schnell Anlaufstellen finden können, erklärt Matthias Taube, Koordinator des Arbeitskreises Sucht und Einrichtungsleiter der Condrobs-Suchtberatungsstelle Starnberg.

Wie erreicht man Jugendliche heutzutage überhaupt?

Ausgangspunkt war die Feststellung, dass es Info-Material für Erwachsene gibt, aber nicht für Jugendliche. Diese Zielgruppe wollte man aber nicht mit den üblichen Flyern ansprechen, sondern anders. Seit 2002 können sich nun Jugendliche mit Hilfe des „infobooklets“ in Papierform Hilfe suchen. Entstanden war das Booklet vor dem Hintergrund, dass sich Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen oft alleingelassen fühlen und nicht wissen, wohin sie sich wenden können, wenn bekannte Personen nicht greifbar sind. Da die Suche nach Hilfe häufig eine sehr hohe Hemmschwelle bedeutet (Schamgefühle oder Ängste), war und ist das Booklet für Jugendliche eine Hilfe und ein Wegweiser, um bei alterstypischen Fragen und Problemen Unterstützung und erste Anlaufstellen zu erhalten.
 
In den vergangenen Jahren gab es eine hohe Nachfrage, mit aktualisierten Neuauflagen in den Jahren 2006 und 2009. Das Problem mit dem Booklet sei aber dessen Aktualität gewesen, sagt Sophie von Wiedersperg vom Landratsamt Starnberg, Suchtbeauftragte und Sprecherin des Arbeitskreises Sucht Starnberg, der sich vor mehr als 25 Jahren gegründet hat. War die Auflage gedruckt, so gab es häufig schon Neuerungen beziehungsweise Veränderungen.

Dank an die Sponsoren

Nun hat der Arbeitskreis Sucht Starnberg mit Unterstützung vieler Sponsoren aus dem alten infobooklet die App InfoSTAr kreiert. „Ohne die Sponsoren wäre die App nicht möglich gewesen“, betont Matthias Taube. Zu den Sponsoren gehören die Regierung von Oberbayern, das Landratsamt Starnberg, die AOK Bayern, der Bezirk Oberbayern, der Condrobs e.V., das Therapienetz Essstörung, die Stadt Starnberg sowie die Gemeinden Berg, Gauting, Inning, Krailling, Pöcking, Weßling und Wörthsee.

Von analog zu digital

„Papier für Jugendliche in der heutigen Zeit? Vergesst es“, sagt Sophie von Wiedersperg. Etwas Zeitgemäßes musste her. Eine App. Mit dieser soll die Chance und Möglichkeit erhöht werden, dass Jugendliche relativ früh Kontakt zu Hilfesystemen aufnehmen oder sich entsprechende Informationen auf alterstypische Fragen holen. Die Jugendlichen werden im Alltag physisch, psychisch und sozial gefordert. Hinzu kommen dann mitunter Krankheit und Stress – auch im Umfeld. In diesen Situationen um Hilfe zu bitten, fällt den Jugendlichen mitunter schwer, sagt Wolfram Skasa-Weiß, Sozialpädagoge bei Condrobs. Das Problem: Quälende Fragen und Unsicherheit zu persönlichen Themen sind oft der Grund für depressive Verstimmungen, Leistungseinbrüche, Rückzug oder Aggression und können Auslöser für eine Suchtentwicklung oder psychosomatische Erkrankung sein. Deshalb sei es wichtig, neben dem Aufbau eines guten Kontakts zu den Jugendlichen, ihnen auch etwas für Notfälle an die Hand zu geben, ergänzt Wolfram Skasa-Weiß.
 
Der Startschuss für die App fiel vor etwa 1,5 Jahren, sagt Matthias Taube. Eine Premiere, denn bislang gab es noch keine App vom Arbeitskreis Sucht. Alle Inhalte wurden sorgfältig ausgewählt. Insgesamt sind zehn Einrichtungen – mitunter mit unterschiedlichen Ansprechpartnern/Standorten – primär aus dem Landkreis Starnberg, aber auch aus München und der Umgebung in die App integriert worden. Zusätzlich gibt es Online-Beratungsangebote. Die Auswahl der Einrichtungen für die App habe man den Fragen und Problemen angepasst, um Klarheit zu schaffen. „Uns war es wichtig, hier zu reduzieren“, erklärt Matthias Taube. Die App wird aber stets ergänzt.
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Bernadette Ley erläuterte die Funktionen der App. Foto: Condrobs e.V.

Wie funktioniert die App?

Für Jugendliche besteht in der App die Möglichkeit, entweder die Beratungsstellen direkt anzuklicken oder über die Frage „Was nun?“ eine Auswahl an diversen Fragestellungen wie Liebe & Partnerschaft und die entsprechenden Hilfsangebote auszuwählen. Dabei kann man seine Fragen auch anonym stellen. Jugendliche können sich Flyer und Informationen direkt aus der App herunterladen. Darüber hinaus gibt es hier alle Infos rund um die Hilfsangebote – angefangen bei Adressen, Telefonnummern, Mailadressen und Öffnungszeiten über Links zu den Homepages der Einrichtungen bis hin zur Lokalisierung der Einrichtungen auf Google-Karten.

Wo gibt es Informationen über die App?

InfoSTAr wird über Plakate und Chipkarten beworben. So können Jugendliche beispielsweise über die Gemeinden, Schulen, Jugendzentren, Vereine, kirchliche Jugendgruppen und Beratungsstellen Informationen über die App erhalten, die dann über einen QR Code direkt auf dem Smartphone installiert werden kann. „Wir nutzen alle Netzwerke, die wir haben“, sagt Wolfram Skasa-Weiß.
 
Bei Condrobs e. V. und im Landratsamt – Gesundheitsamt Starnberg können Plakate und Chipkarten abgeholt/angefordert werden:
 
- Condrobs e.V. Suchtberatungsstelle Starnberg (Telefon 08151/95963-0; Hauptstraße 22, 82319 Starnberg)
 
- Landratsamt – Gesundheitsamt Starnberg (Telefon 08151/148-950, Dampfschiffstraße 2a, 82319 Starnberg)

Schnelle Hilfe, wenn es eilig ist

Mit der App hat man in Notsituationen mit einem Touch alles auf einen Blick und muss nicht erst lange über Suchmaschinen suchen. Großes Lob gab es dafür nach der Präsentation der neuen App von Christine Lipovec, Vertretung der Starnberger Bürgermeisterin. Wenn man in einer Notsituation ist, dann stehe man mitunter an der Wand, sagte sie. Mit dieser App können Hemmungen gemildert werden.

Wo kann die App noch  heruntergeladen werden?

Über diesen Link sowie im App-Store und über Google Play kann die App heruntergeladen werden.