Suprima feiert Jubiläen

Von Erfolgen und Forderungen

Unser Betreutes Einzelwohnen Suprima wird zehn, die Suprima Nachsorge schon fünfzehn Jahre alt. Viel wurde erreicht – doch viele Forderungen für die Hilfe von Suchtkranken stehen seit Jahren im Raum.

 
München, 14.10.2019 – Seit nun bereits fünfzehn Jahren finden substituierte und rückfallgefährdete Menschen in München im Rahmen der Suprima Nachsorge Hilfe für ein selbstständiges Leben. Die Suprima WG in München bietet neben Einzel- und Gruppengesprächen, etwaiger Krisenintervention und Rückfallarbeit vor allem eines: Die klare Aussicht auf einen geregelten, selbstbestimmten Alltag. Im Gegensatz zum WG-Leben haben Menschen im Suprima Betreuten Einzelwohnen seit 10 Jahren die Möglichkeit, in der eigenen Wohnung mit Unterstützung von Condrobs Mitarbeiter*innen auf eine stabile Substitution beziehungsweise bis zur absoluten Suchtmittelfreiheit hinzuarbeiten.

„Ich bin weg davon“ – Leben nach der Sucht

Katrin Bahr, Condrobs Bereichs-Geschäftsführerin für Angebote für Frauen* und Männer* in München, erinnert sich an viele kleine und große Erfolge. „Ich habe im letzten Jahr beim Corso Leopold einen ehemaligen Klienten getroffen. Er kam kurz am Stand vorbei, warf etwas Geld in die Spendenbüchse und lachte: ‚Ich war ja auch mal dabei, aber ich bin weg davon. Ich war lange bei euch.‘“ Solche Begegnungen bestätigen Katrin und ihr Team in ihrer Arbeit.

Noch lange nicht am Ziel: Was es noch braucht

Trotz unzähliger geglückter Begleitungen und Beratungen gilt es im Bereich Suchthilfe noch vieles zu verbessern. Hier nehmen wir Politik und Gesellschaft in die Pflicht:
  • Wir sind gegen die Stigmatisierung und Benachteiligung von Substituierten.
  • Wir fordern eine flächendeckende Versorgung Substituierter. Das bedeutet angepasste psychosoziale Begleitung basierend auf ausführlicher Diagnostik und Bedarfsanalyse. Vor allem in der Region gibt es hier Aufholbedarf.
  • Wir fordern die Anpassung einer bedarfsorientierten, psychosozialen Begleitung und Versorgung: Dafür braucht es vor allem eine verbesserte Koordination der Umsetzung und kontinuierliche und fortwährend angepasste Behandlung.
  • Viele substituierte Menschen weisen Komorbiditäten auf – sie benötigen eine adäquate psychiatrische wie psychotherapeutische Behandlung. Bis heute ist das System aber nicht auf Substitution eingestellt.
  • Wir fordern eine altersgerechte Versorgung älterer und pflegebedürftiger substituierter Menschen.
  • Wir brauchen koordinierte Behandlungs- und Betreuungsangebote für Eltern mit Kindern.
  • Die derzeitige Arbeitsmarktpolitik verhindert die Inklusion von Suchtkranken beziehungsweise Substituierten. Die Integration in die Arbeitswelt ist ein wichtiges Ziel, entsprechende Beschäftigungsmaßnahmen müssen angeboten, aufrechterhalten und gefördert werden.
Bis diese Forderungen umgesetzt werden, macht Condrobs Suprima mit genauso viel Leidenschaft weiter wie in den vergangenen fünfzehn Jahren. Wir holen unsere Klient*innen dort ab, wo sie stehen. Wir helfen Suchtkranken von behördlichen Angelegenheiten übers Wohnen bis hin zum (Wieder-)Erlangen der eigenen Gesundheit. Vor allem aber sind wir für sie da. Denn für jeden Menschen ist es gut zu wissen, dass es da jemanden gibt, der ihn*sie bedingungslos und jederzeit auffängt.