Bei unserer Arbeit mit den Klienten der ÜWG legen wir in den Einzel- und Gruppengesprächen sowie im Alltag besonderen Wert auf die Auseinandersetzung mit männlicher Sozialisation, männlicher Verletzung und männlicher Identitätsbildung. Die Konstruktion des sozialen Geschlechtes (doing gender) und dessen Betrachtung ermöglicht es männlichen Suchtmittelkonsum  und männliche Suchtmittel-Konsummuster zu verstehen („doing gender with drugs“), einzuordnen und Veränderungspotential sichtbar zu machen. Dies geschieht auf der Grundlage des Wissens, dass das Verhaftetsein in traditionellen männlichen Rollenbildern in hohem Maße (riskanten) Suchtmittelkonsum, die Entstehung von Suchterkrankungen und eine weitere Suchtmittelproblematik begünstigt. 
 
Unser Team, bestehend aus männlichen und weiblichen Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Professionen (Arbeitsanleitung, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Psychologie, Sozial- und Suchttherapie), arbeitet dabei geschlechtshomogen, gemischt-geschlechtlich sowie mit Hilfe von Crosswork – und dabei immer geschlechtsbewusst.
 
Die Schwerpunkte der männerspezifischen Arbeit in der ÜWG sind z.B.:
  • Gewalterfahrungen und Traumatisierungen als Junge und Mann
  • Vaterlosigkeit – Vaterbeziehung -Vatersein
  • Dynamiken männlicher Peergroups
  • Männliche Täterschaft
  • Männlichkeit in Beziehungen
  • Männliche Sexualität
  • Mann-Sein und Gesundheit
  • Mann-Sein und Radikalisierung
  • Männliche Geschlechtsidentität