Für die Klient*innen ist der Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen am 21. Juli weit mehr als ein Gedenktag – er ist ein persönliches, oft schmerzhaftes Erinnern. Viele von ihnen haben Freund*innen oder Angehörige durch Drogenkonsum verloren, einige sind selbst mehrfach dem Tod nur knapp entkommen.
„Wenn die Namen vorgelesen werden, spürt man, wie nah uns das alles ist. Es hätte auch mich treffen können.“ – Klient*in von easyContact
Gemeinsam mit fünf Klient*innen nahm unsere Einrichtung easyContact Betreutes Wohnen in diesem Jahr an der Gedenkfeier am Münchner Marienplatz teil. Der Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen, der 1998 von Angehörigen in Deutschland ins Leben gerufen wurde, erinnert weltweit an Menschen, die an den Folgen ihres Konsums verstorben sind. Zugleich macht er auf die gesellschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit Sucht aufmerksam.
2024 sind bundesweit 2.137 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum verstorben. In München verloren im Jahr 2024 81 Menschen ihr Leben. Besonders häufig waren Mischkonsum und synthetische Opioide die Ursache. Diese Zahlen zeigen deutlich, wie dringend Prävention, Substitutionstherapien, Entstigmatisierung und niedrigschwellige Hilfsangebote ausgebaut werden müssen.
Die Klient*innen des easyContact Betreuten Wohnen nutzten die Gelegenheit, an den aufgebauten Informationsständen mit Teilnehmer*innen ins Gespräch zu kommen und sich über die Notwendigkeit von Drogenkonsumräumen sowie über konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Drogentodesfällen auszutauschen. Auch die Redebeiträge und Vorträge wurden aufmerksam verfolgt und als wertschätzend empfunden. Besonders bewegend war die Gedenkzeremonie, bei der die Namen der Verstorbenen verlesen wurden. Jeder Anwesende konnte eine weiße Rose auf einen schwarzen Sarg legen – ein stilles, aber kraftvolles Zeichen des Erinnerns.
„Es hat mir gezeigt, dass wir nicht allein sind. Es gibt Menschen, die uns verstehen und die helfen wollen.“ – Klient*in von easyContact
Für die Klient*innen des easyContact Betreutem Wohnen war es wichtig, an diesem Tag gemeinsam sichtbar zu sein. Der Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen ist nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch ein Appell: an die Gesellschaft, Menschen mit Suchtproblemen nicht zu verurteilen; an die Politik, Hilfsangebote auszubauen; und an uns alle, Sucht offen und ohne Scham anzusprechen.




