Was passiert, wenn junge Menschen erst dann Hilfe suchen, wenn die Krise längst da ist? Und was, wenn die Beratungsstelle, die dann helfen könnte, nicht mehr finanziert wird? Die Ausgabe 2/2026 der ConNews geht diesen Fragen nach und zeigt, was soziale Arbeit täglich leistet.
Hilfe, bevor sich Muster verfestigen
Im Mittelpunkt steht die frühe Unterstützung junger Menschen. Die Titelgeschichte erzählt von Leon, 15 Jahre alt, den Streit zu Hause, die Trennung seiner Eltern und der Druck in der Schule aus dem Gleichgewicht bringen. Cannabis wird zur Ausweichstrategie. Seine Schulsozialarbeiterin bemerkt die Veränderung und vermittelt ihn an die Jugendsuchtberatung von Condrobs. Dort geht es zuerst um ihn selbst, um seine Ängste und die Probleme hinter dem Konsum. Zwei Jahre später hat Leon wieder Halt gefunden.
Der Fall ist kein Einzelfall. Laut der Studie „Jugend in Deutschland 2026“ geben 29 Prozent der Befragten an, psychologische Unterstützung zu benötigen, so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig sind nicht alle Hilfeangebote im erforderlichen Umfang finanziert. Die Ausgabe zeigt, warum solche Angebote zunehmend auf Spenden angewiesen sind und was ein Beitrag konkret bewirkt.
Beratung dort, wo Jugendliche über Konsum sprechen
Ein zweiter Schwerpunkt ist der digitale Raum. Wer als Teenager Drogen konsumiert, spricht selten mit Eltern oder Lehrkräften darüber, aber in Foren und Chatgruppen. Genau dort ist Condrobs mit Digitaler Streetwork unterwegs: anonym, ohne Anmeldung, ohne Wartezeit.
Aus dieser Arbeit hat Condrobs politische Forderungen abgeleitet, festgehalten im Positionspapier zur Nutzung digitaler Medien und Social Media: ein Mindestalter von 14 Jahren für Social-Media-Plattformen, verbindlicher Kinder- und Jugendschutz, transparente Algorithmen, mehr Verantwortung der Plattformen für Prävention und Jugendschutz.
Vom Kontaktladen ins Ehrenamt
Petra kam in den Ingolstädter Kontaktladen StayIn, um Sozialstunden abzuleisten. Mehr wollte sie nicht. Heute arbeitet sie dort ehrenamtlich, kocht täglich für die Besucher*innen und ist für viele eine wichtige Ansprechperson. Ihre Geschichte zeigt, wie aus einem geschützten Ort neue Perspektiven entstehen.
55 Jahre Condrobs
1971 als Elterninitiative gegründet, ist Condrobs heute einer der größten überkonfessionellen Träger sozialer Hilfsangebote in Bayern: 100 Einrichtungen an 18 Standorten, mehr als 60.000 Menschen pro Jahr. Ein Rückblick auf das Jubiläumsjahr rundet die Ausgabe ab.





