Im Frühjahr und Sommer besucht eine Sozialpädagogin des Ambulant Betreuten Wohnens Schweinfurt alle zwei Wochen mit einer Klientin ein besonderes Kooperationsprojekt in der Region: den gemeinnützigen Verein Gemeinsam Leben Gestalten e.V. bei Schweinfurt, der Schafe und Ziegen für Landschaftspflege und pädagogische Zwecke hält. Was nach einem Ausflug klingt, ist in der Praxis ein wirkungsvoller Teil der Sucht-Nachsorge.
Was bei den Besuchen passiert
Die Einsätze drehen sich um die praktische Versorgung der Tiere: Heu und Wasser auffüllen, im Herbst Äpfel verteilen – und besonders liebevoll: Tiere mit Einschränkungen mitversorgen. Morgens oder abends, je nach Jahreszeit, bringen unsere Klient*innen Struktur in den Alltag der Herde – und oft auch in ihren eigenen.
„Die Tiere begegnen den Menschen ohne Erwartungen oder Ansprüche – ein wertvoller Raum, um einfach sein zu dürfen.“
Warum das wirkt: Tiergestützte Pädagogik in der Nachsorge
Regelmäßige Einsätze in der Natur regulieren das Nervensystem, stärken die mentale Gesundheit und schaffen spürbar mehr Ruhe und Stabilität.
Drei Mechanismen greifen dabei ineinander:
• Nervensystem-Regulation: Tierkontakt und Naturaufenthalt senken Stresshormone nachweislich und fördern innere Ruhe.
• Stabilität durch Rhythmus: Verlässliche Termine alle zwei Wochen geben Halt und unterstützen den Aufbau von Tagesstruktur.
• Selbstwirksamkeit: Gebraucht werden, Verantwortung übernehmen – das stärkt das Selbstbild in der Nachsorge.
Mehr von Gemeinsam Leben Gestalten e.V.: Kurse und Mitmach-Angebote
Der kooperierende Verein bietet über das Tierprojekt hinaus weitere Angebote für Schulen und die Öffentlichkeit:
• „Von der Rohwolle zum Wollknäuel“: Pädagogischer Kurs für Schulklassen rund um Landwirtschaft, Wolle und Nachhaltigkeit.
• Wochenendkurse an VHS und LVHS: Offene Woll-Verarbeitungskurse für alle Interessierten – keine Vorkenntnisse nötig.
• Lämmer-Saison im Frühjahr: Ein besonderes Highlight – Nachwuchs auf der Weide beobachten und erleben.










