Glücksspielsucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung – oft mit massiven Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und ihrer Familien. Um noch gezielter helfen zu können, fand kürzlich ein wertvoller Fachaustausch zwischen der Condrobs Fachstelle für Glücksspielsucht und der Einrichtung Inizio Nachsorge statt. Ziel war es, aktuelle Erkenntnisse zur Glücksspielsucht in bestehende Konzepte der Nachsorge zu integrieren und so die Unterstützung weiter zu verbessern.
Reflexionsgespräche als Schlüssel zur Stabilisierung
Ein zentrales Thema des Austauschs war die Bedeutung von Reflexionsgesprächen nach Rückfällen oder Konsumereignissen. Diese Gespräche helfen, Auslöser und Dynamiken besser zu verstehen und gemeinsam mit den Betroffenen neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. So können Rückfälle nicht nur aufgearbeitet, sondern auch wichtige Schritte zur langfristigen Stabilisierung eingeleitet werden.
Glücksspiel wird oft unterschätzt
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gefahr der Bagatellisierung von Glücksspiel. Vor allem bei Klient:innen, die primär wegen anderer Suchterkrankungen in Behandlung sind, wird Glücksspiel oft als weniger problematisch wahrgenommen.
Der Austausch zeigte deutlich: Glücksspiel ist keineswegs harmlos. Es birgt hohe Risiken für Verschuldung, Isolation und erneute Abhängigkeit. Daher ist es entscheidend, diese Dynamiken in der Betreuung konsequent zu berücksichtigen.
Starke Vernetzung für umfassende Hilfe
Der Besuch bei Inizio Nachsorge machte deutlich, wie wertvoll die enge Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Fachstellen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ist. Durch den regelmäßigen fachlichen Austausch können Unterstützungsangebote gezielt weiterentwickelt und Betroffene umfassend begleitet werden – für mehr Stabilität, Selbstbestimmung und Lebensqualität.




