Mit Unterstützung und Fleiß zum motivierten Azubi

18. August 2021

Eine Erfolgsgeschichte aus der Puerto Vollbetreuten Wohngemeinschaft

Mostafa kommt aus Afghanistan und lebt nun mittlerweile seit 5 ½ Jahren in Deutschland. Er spricht gut deutsch und weiß, was er in seinem Leben erreichen will.

Im Dezember 2018 kam er zu uns in die Puerto Vollbetreute Wohngemeinschaft. Anfangs gestaltete sich die Arbeit mit Mostafa nicht ganz einfach. Eins der Hauptthemen in der Betreuung war die Schule. Als der Jugendliche zu uns kam, hatte er gerade seinen Platz in der Berufsschule verloren, da er aufgrund seines damals sehr impulsiven Verhaltens nicht mehr tragbar war in der Klasse. Vorher war er in einer Regelschule, in der es ihm gut ging, in der er aufgrund seines Aufenthaltsstatus aber nicht bleiben durfte.

Konflikte nach dem Umzug

Mit diesem negativen Erlebnis im Kopf erhoffte sich Mostafa, nach dem Umzug wieder auf eine Regelschule in München gehen zu können. Wie sich jedoch herausstellte, war dies leider nicht möglich. Stattdessen besuchte der junge Mann ein halbes Jahr eine Schule, die speziell auf die Bedarfe Geflüchteter ausgerichtet ist. Dort kam es zu vielen Konflikten und zahlreichen Gesprächen zwischen den Lehrer*innen, Mostafa und seiner Bezugsbetreuerin. Auch hier führte Mostafas Verhalten zu vielen Auseinandersetzungen – er zeigte deutlich, dass er auf dieser Schule nicht sein wollte.

Ein Neubeginn

In den darauffolgenden Sommerferien machte sich der Jugendliche zusammen mit seiner Betreuerin erneut auf die Suche nach einer passenden Schule. Mostafa wurde es selbst überlassen, ob er die Schule wechseln möchte oder es nochmal auf der alten Lehranstalt versucht. Schließlich entschied er sich für die Städtische Berufsschule (BOKI) am Bogenhauser Kirchplatz, in der er in die Klasse mit dem Schwerpunkt Gartenbau kam. Er arrangierte sich mit der neuen Situation und fand über das Schuljahr einen Weg, mit seinen Klassenkamerad*innen und Lehrer*innen auszukommen. Ihm halfen die vielen Gespräche mit den Betreuer*innen nach der Schule, in denen er sich manchmal einfach nur über den Vormittag auslassen musste und in denen er Tipps bekam, wie er sein Verhalten an die Anforderungen des Schulbetriebs anpassen konnte.

Frustration und Erfolg

Er schaffte das Schuljahr und bewarb sich auf einige Ausbildungsplätze. Mostafa bekam viele Absagen, ohne überhaupt zu einem Gespräch eingeladen worden zu sein. Deswegen war er verständlicherweise oft sehr frustriert. Gegen Ende des Schuljahres absolvierte er eines von vielen freiwilligen Praktika in einem familiären Maurerbetrieb in Taufkirchen. Bereits nach drei Tagen war sein Chef so überzeugt von seinen Fähigkeiten und seiner Arbeitsmotivation, dass er Mostafa einen Ausbildungsplatz anbot.

Aller Anfang ist schwer

Der Jugendliche freute sich zwar sehr darüber. Gleichzeitig war er sich aber unsicher, ob dies wirklich die richtige Arbeit für ihn sein könnte und ob er den hohen Anforderungen einer Ausbildung wirklich gerecht werden würde. Er wägte in Bezugsgesprächen mit seiner Betreuerin ab und entschied sich schlussendlich, ab September 2020 seine jetzige Ausbildung zum Maurer zu beginnen.

Die praktische Arbeit bereitet ihm stets viel Freude, auch wenn er manchmal über die körperliche Anstrengung und Schmerzen in den Gelenken klagt. Den Stoff in der Berufsschule versteht er aufgrund der vielen Fachbegriffe teilweise nur sehr schwer und muss deshalb immer wieder zum Lernen motiviert werden. Oft kündigte er an, alles hinschmeißen zu wollen und lieber nur arbeiten gehen zu wollen.

Mostafa hat sich durchgeboxt

Durch die großartige Unterstützung von allen Seiten: seinem Chef, seinen Kollegen, seinen Mitbewohnern, den Betreuer*innen, den Lehrer*innen und seiner Vormündin hat er immer wieder neuen Schwung und Antrieb bekommen, weiter an seinen hart erkämpften Zielen zu arbeiten. Sein Chef steht jederzeit hinter ihm und lobt ihn für seine zuverlässige und saubere Arbeit auf der Baustelle. In der Berufsschule kommt es auch jetzt noch manchmal zu Konflikten mit einem Lehrer, die sich mit Unterstützung der Betreuer*innen der Puerto VBW aber immer gut klären lassen. Nun hat Mostafa Urlaub, kann durchatmen und stolz darauf sein, dass er das erste Ausbildungsjahr erfolgreich gemeistert hat. Er möchte seine Ausbildung unbedingt zu Ende bringen und im Oktober in eine weniger betreute Wohnform umziehen.

 


 

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