Lesung in der KuB Gauting

22. Juni 2021

Edgar Siegfried Schöberl alias Jason Sante stellt Autobiografie vor

Am 22.06.2021 gab es etwas Besonderes in der Kontakt- und Begegnungsstätte Gauting: Der Autor Edgar Siegfried Schöberl alias Jason Sante war zugegen und las aus seiner dreiteilige Autobiografie „Alkohol ist ein Blender“ vor. Anschließend stellte er sich noch den Fragen der Besucher*innen.

Herr Schöberl lebt seit einem Jahr ausschließlich in seinem gebrauchten, jedoch fahrtüchtigen Wohnmobil. Schon am Vortag der Lesung war er angereist, sodass ihm auch da schon von den Mitarbeiter*innen der KuB einige Fragen zu seiner neuen, ausgesprochen interessanten Lebensweise gestellt werden konnten.

Dem dritten Teil seiner Autobiografie ist daher auch die Idee gewidmet:
„Leben im Wohnmobil. Von der schweren Alkoholsucht hin zur absoluten Freiheit.“

Aus der Sicht eines Leidensgenossen schilderte der Autor seinen 23 Jahre andauernden Leidensweg.

Den Ausgangspunkt seiner Reise in und durch die Suchterkrankung bildete sein schüchternes, jugendliches Ich, das mit wenig Selbstbewusstsein gesegnet war, dafür von vielen Panikattacken heimgesucht wurde. Eher durch Zufall entdeckte der Autor die heilsame Wirkung des Alkohols auf seine Zustände, die er erst einiges später als Panikattacken identifizieren konnte.

Der Alkohol wurde sehr schnell zum täglichen Begleiter und Panikbändiger.

Durch zahllose Entgiftungs- und zwei Entwöhnungsbehandlungen fand der Autor seinen eigenen Weg, die Suchterkrankung in Schach zu halten. Dass eine vollständige Heilung jedoch unmöglich ist, dessen ist Herr Schöberl sich bewusst. Er verspüre auch nach Jahren der Abstinenz immer wieder einmal starkes Verlangen nach Alkohol.

Aber er hat für sich eine Möglichkeit gefunden, mit seinen Dämonen umzugehen: er gibt ihnen Namen und führt Gespräche mit ihnen.
Jeder Suchtkranke, so Schöberl, müsse seinen eigenen Ausweg finden, denn es gibt nichts, was für alle passt.

Wichtig auf dem Weg der Genesung sei jedoch: Hilfe annehmen. Der Autor zeigte sich dankbar für all die Menschen, die ihm auf seinem Weg geholfen haben, sei es im Privaten oder im Suchthilfesystem.

Im lebhaften Gespräch mit unseren Besuchern wurde deutlich, dass der offene Umgang mit dieser chronischen schweren Erkrankung aus der Sicht eines Leidensgenossen etwas wirklich Berührendes hat.

Eine lohnende und beeindruckende Lesung!

Text von Michael Gigler

Das könnte Sie auch interessieren

50 Geschichten: Helfende Hände

50 Geschichten: Helfende Hände

Zum 50-jährigen Jubiläum von Condrobs präsentieren wir 50 Wochen lang je eine Geschichte aus dem Verein. In dieser Geschichte geht es um Susanne, die ihren persönlichen Weg zurück ins Leben erzählt.

mehr lesen
Tag der offenen Tür in Schweinfurt

Tag der offenen Tür in Schweinfurt

In Schweinfurt fand heute ein Tag der offenen Tür statt. Nebst Infos zum dortigen Angebot konnten die Besucher*innen Werke des Projekts „KunstWege – vom Leben gezeichnet“ bewundern sowie einer Musiksession lauschen.

mehr lesen
Fachdiskussion Zusammenhänge von Sucht und Gewalt

Fachdiskussion Zusammenhänge von Sucht und Gewalt

Während der Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen*, Mädchen*, Jungen* und nonbinären Menschen nutzt Condrobs die sich bietende Möglichkeit, durch eine Fachdiskussion auf die Zusammenhänge von Sucht und Gewalt hinzuweisen.

mehr lesen