Naloxon-Schulungen

Take-Home-Naloxon (THN)-Programm, um Drogentod zu verhindern

Naloxon ist ein Opiatantagonist, der die Wirkung von Opiaten (Heroin, Fentanyl, Methadon, Polamidon etc.) innerhalb weniger Minuten für eine gewisse Zeit aufhebt und kaum Nebenwirkungen hat. Somit ist es mit Naloxon möglich, eine lebensbedrohende Opiatüberdosis aufzuheben.

Condrobs bietet in Kooperation mit einem Ausbilder für Rettungssanitäter und einer Ärztin seit 2016 Naloxon-Schulungen einschließlich der Vergabe der Notfall-Kits für Opiatkonsument*innen an.

Das Modellprojekt "BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern" ist kürzlich gestartet. Im Rahmen dieses Projektes werden Drogengebraucher*innen darin geschult, wie sie im Fall einer Überdosis das Opiat-Gegenmittel Naloxon einsetzen und damit Leben retten können. Naloxon kann die atemlähmende Wirkung von Opiaten sehr schnell aufheben. In ganz Bayern sollen bis Anfang 2020 etwa 450 Drogengebraucher*innen geschult und mit Naloxon ausgestattet werden. Allein in München sollen 100 Opiatkonsument*innen geschult werden. Condrobs bietet die Naloxon-Schulungen in seinen Kontaktläden in München an:

 

Termine für Naloxon-Trainings bei Condrobs in München:

-> Freitag, 24. Mai, 15:00 Uhr –  Pedro
-> Donnerstag, 27. Juni, 15:00 Uhr – off+
-> Donnerstag 25. Juli, 15:00 Uhr – Suprima Wohnheim
-> Freitag, 27. September, 15:00 Uhr – limit


Auch in Ingolstadt wird sich Condrobs mit dem Kontaktladen StayIn am Bayerischen Naloxon-Modellprojekt beteiligen.

Pilotprojekt wird wissenschaftlich begleitet

Das Naloxon-Modellprojekt dauert zwei Jahre und wird wissenschaftlich begleitet sowie evaluiert. Im Zuge des Projektes sollen die Teilnehmer*innen mit aktuellem Opiatkonsum oder bestehender Substitution ein Naloxon-Notfallkit mit einem Naloxonnasenspray erhalten. Bestenfalls haben sie dies immer dabei und ihre Begleitung darüber informiert. Denn: „Wenn es zur Überdosis kommt, dann können sich die Konsument*innen das Naloxon nicht mehr selbst verabreichen“, erklärt Olaf Ostermann, stellvertretender Bereichs-Geschäftsführer Angebote für Ältere und niedrigschwellige Hilfen bei Condrobs. Das Notfallkit kann jede*r anwenden.

Condrobs bringt Erfahrung mit Naloxon-Schulungen mit

Im Zeitraum von April 2016 bis September 2018 hat Condrobs schon das Naloxon-Take-Home-Programm München initiiert und durchgeführt. Im Zuge dessen wurden insgesamt 152 Klient*innen in den Kontaktläden off+, limit und Pedro geschult und 116 Drogengebraucher*innen haben ein Naloxon- Notfallkit erhalten. Mit positivem Effekt. „Zehn Mal wurde das Notfallkit bereits erfolgreich eingesetzt und zehn Leben konnten somit gerettet werden“, berichtet Olaf Ostermann und ergänzt: „Wir sind sehr froh, dass das Modellprojekt nun gestartet ist und die Naloxon-Trainings weitergehen“.

Die Sachberichte über das Programm finden Sie hier: Sachbericht 2016, Sachbericht 2017, Sachbericht 2018 (PDF).

Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Broschüre hier (PDF).

 

Haben Sie fachliches Interesse in Naloxon?

Der Fachtag Drogennotfallprophylaxe und Naloxon am 20. Juni 2017 wurde gemeinsam von akzept e.V. und Condrobs veranstaltet. Ziele des Fachtags waren der Austausch über Erfahrungen aus bestehenden Praxismodellen, die Diskussion der Hemmnisse und Barrieren, die Einbeziehung ausländischer Erfahrungen, die Beratung über alternative rechtliche Regelungen sowie praktische Erfahrungsberichte. Mehr erfahren Sie hier.

Condrobs hat sich in den letzten zwei Jahren auch stark für die Vernetzung bestehender Naloxonprojekte und den Austausch an Erfahrungen dazu eingesetzt. Dabei konnten weitere Städte und Träger motiviert werden eigene Naloxon-Schulungen anzubieten. Ein Plakat mit den Städten, die bundesweit Naloxon-Schulungen anbieten finden Sie hier (Dropbox).
 
Weitere gute Informationen zu Naloxon für Drogengebraucher*innen finden sie unter www.naloxoninfo.de.