Nachhaltig durch die Krise: ConJob Recycling wächst

8. Januar 2023

Dieser Beitrag ist aus der aktuellen ConNews. Diesen und weitere Artikel können Sie in der Digitalausgabe lesen.

Wohin mit den wachsenden Bergen an Elektroschrott, die sich in einer Großstadt wie München auftürmen? ConJob bietet geschützte Jobs in einer Branche, die ihre Zukunftsfähigkeit gerade in den aktuellen Krisenzeiten unter Beweis stellt.

Elektrorecycling ist Handarbeit

An seinem Arbeitsplatz bei ConJob schraubt Werner H. [Name geändert] zwei Stunden täglich Flachbildschirme auf und zerlegt sie sachkundig in ihre Bestandteile – der 46-Jährige, der nach schwerer Krankheit arbeitsunfähig und in der Folge medikamentenabhängig wurde, verdient sich ein paar Euro zu seiner Rente hinzu, mit der er sonst nicht über die Runden kommen würde. Er ist einer von 100 Teilnehmer*innen, die bei ConJob wertvolles Know-how erwerben – und zugleich eine sinnvolle Tätigkeit und Tagesstruktur erhalten. 12 Festangestellte lernen sie ein und leiten sie an.

Ein Beitrag für München

Auf soziale Betriebe wie ConJob sind Müllentsorger dringend angewiesen: Seit 2019 schreibt die Europäische Union eine Verwertungsquote zwischen 75 und 85% vor. „Viele der Aufgaben können die großen, automatisierten Entsorger schlicht nicht leisten. Nur soziale Betriebe wie ConJob können das händisch erledigen. ConJob stemmt zusammen mit einem zweiten sozialen Betrieb mittlerweile das gesamte Elektro-Recycling der Münchner Wertstoffhöfe,“ erläutert ConJob-Leiter Klaus Fuhrmann. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Stadt München und für unsere Umwelt.“

Der Berg wächst

Rund 7.500 Tonnen Elektronikschrott aus Haushalten landen jährlich auf den Münchner Wertstoffhöfen [Statistisches Amt München 2021] – ein voll beladener Güterzug von über einem Kilometer Länge! Im Bundesdurchschnitt fallen zehn Kilogramm Elektroschrott pro Einwohner im Jahr an. In all den Geräten aber schlummern wertvolle Ressourcen. Ihre Wiederverwertung lohnt aus ökologischen Gründen und zunehmend auch in wirtschaftlicher Hinsicht bei steigenden Rohstoffpreisen. Da bei der Neugewinnung vieler dieser Rohstoffe große Mengen an Energie und chemischen Substanzen eingesetzt werden müssen, ist ihre Rückgewinnung für den Wirtschaftskreislauf ein enormer Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

In neuem Glanz

ConJob stellt sich der wachsenden Aufgabe und hat seine Verwertungskapazitäten in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt. Der Aus- und Umbau mit Unterstützung des Referats für Arbeit und Wirtschaft sowie durch Spenden ist nun fast abgeschlossen. Es wurden 23 weitere Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen. „Wiederverwerten und wiederverwenden, das sind unsere zwei Säulen,“ erklärt Fuhrmann weiter: „Aktuell können wir bereits rund 5% des Elektroschrotts, ca. 60 Tonnen pro Jahr, als geprüfte, zertifizierte Gebrauchtware wieder in Umlauf bringen. Und wir werden immer besser.“


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