Stimmen zum Internationalen Mädchen*tag

9. Oktober 2021

Wie eine mädchen*gerechte Welt sein müsste

Am 11. Oktober findet der jährliche Internationale Mädchen*tag statt, um auf die weltweit bestehenden Benachteiligungen von Mädchen* hinzuweisen. Mädchen* und jungen Frauen*  haben oft keine Lobby für Ihre Belange, verdienen weniger und haben geringere berufliche Aufstiegschancen, sie sind in ihren Rechten und Möglichkeiten eingeschränkt oder sogar völlig entrechtet. Mädchen* und junge Frauen* sind weltweit von Diskriminierung und  Gewalt betroffen, deren Wurzel in gesellschaftlich verankerten Rollenbildern und Machtstrukturen zu suchen ist.

Condrobs e.V. setzt sich für die Geleichberechtigung valler jungen Menschen, egal welchen Geschlechts oder welcher Geschlechtsidentität ein. Geschlechtlich definierte Rollenzuschreibungen und Rollenerwartungen werden konsequente in Frage gestellt, Mädchen* und junge Frauen* erhalten konkrete Hilfe und Schutz und werden in der Entwicklung für ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Für den Internationalen Mädchen*tag haben wir aus unseren Arbeitsfeldern Mädchen* und junge Frauen* dazu befragt, wie sie sich eine mädchen*gerechte Welt vorstellen. In ihren Antworten nehmen die Mädchen* sowohl eine globale als auch eine persönliche Perspektive ein und zeigen, wie Rollenzuschreibungen in ihrer Lebenswelt noch immer Bestand haben.

Wie stellst du dir eine mädchen*gerechte Welt vor?

„Mehr Spielzeuge für Mädchen!“

„Alle Mädchen sollen zur Schule gehen, arbeiten und sich politisch beteiligen dürfen.“

„Frauen sollen nicht wegen der Kinder zu Hause bleiben müssen, nur um zu putzen und zu kochen.“

„Mädchen sollen sich anziehen dürfen, wie sie wollen. Sie sollen keine Angst davor haben, angebaggert oder ausgelacht zu werden.“

„Frauen sollen überall Auto fahren dürfen.“

„In der Schule wird nicht nur über berühmte Männer, sondern mehr über berühmte Frauen geredet.“

„Auf Kinder Riegeln sollen auch Mädchen abgedruckt werden.“

„Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden.“

„Alle Berufe und Positionen können von auch von Frauen besetzt werden.“

„Es gibt kein „victim blaming“ bei Vergewaltigungen“

„Keine Gewalt!“

„Dass niemand sagt, dass die Mädchen schwach sind.“

Was ist für eine mädchen*gerechte Welt wichtig?

„Mädchen müssen sich draußen auch alleine wohl fühlen.“

„Dass alle Frauen respektieren und auch wissen, dass sie die gleichen Rechte wie Männer haben.“

„Dass Mädchen selber entscheiden können.“

„Mädchen müssen „Nein“ sagen dürfen.“

„Gewalt gegen Frauen beenden!“

„Frauen in der Arbeit entlasten und wirtschaftlich fördern.“

„Es muss Meinungsfreiheit herrschen und Mädchen sollen Bildung erhalten.“

„Auch Eltern brauchen mehr Bildung, müssen Einstellungen und das Rollenverständnis an aktuelle gesellschaftliche Situation anpassen.“

„Mehr Aufklärungsarbeit, u.a. an Schulen.“

„Zusammenhalt von Frauen und Mädchen.“

„Verständnis und Geduld.“

Was müsste sich ändern?

„Mehr Gleichberechtigung.“

„Mehr Diskussion in der Gesellschaft.“

„Das grundlegende Denken muss sich ändern.“

„Laut werden! Anzeige erstatten bei sexueller Belästigung!“

„Jungen und Mädchen müssen in der Erziehung die gleichen Werte vermittelt werden.“

„Mädchen müssen ermutigt werden, dürfen wild sein, stark sein, selbstbewusst, laut. Im Gegenzug dürfen Jungs auch weinen, verlieren, schwach und kreativ sein, Gefühle zeigen.“

„Frauen müssen lernen, sich mehr zu wehren, ihre Grenzen zu benennen und sich nichts gefallen lassen.“

„Mehr gegenseitige Unterstützung.“

„Politik und Gesetze.“

„Alle Geschlechter sollten so anerkannt werden wie sie sind.“

Dass Mädchen* und junge Frauen* nach wie vor um Geleichberechtigung kämpfen müssen schlägt sich auch in ihren Rückmeldungen nieder.

Condrobs wird sich daher weiter für die Rechte von Mädchen* und jungen Frauen* stark machen und nicht müde werden, auf Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Condrobs setzt sich innerhalb der eigenen Organisation für gendergerechte und diverse Führungsstrukturen ein.

Die Bedarfe von Mädchen* und jungen Frauen* auch im pädagogischen Umfeld beständig wahrzunehmen und die Betroffenen adäquat zu adressieren bleibt beständige Aufgabe in der Prävention, Beratung und Betreuung in den Einrichtungen von Condrobs.

Dieser Aufgabe stellen wir uns gerne und hoffen, auf breite gesellschaftliche Unterstützung und Veränderungsprozesse, die Mädchen* und junge Frauen* tatsächlich gleich berechtigen und vor Gewalt schützen.

 

 

 

 

 

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