Zum 21. Juli: fdr+ und Condrobs stellen Forderungen an Politik

20. Juli 2023

Anlässlich des morgigen Gedenktags für verstorbene Drogengebraucher*innen hat der Fachverband für Drogen- und Suchthilfe e.V. eine Reihe Forderungen an die Politik gestellt:

  • Prävention und Aufklärungskampagnen schon im Kindesalter beginnen und die Eltern konsequent mit einbeziehen. Ziel muss Entwicklung von Gesundheitskompetenz und Stärkenorientierung sein.
  • niedrigschwellige und aufsuchende Hilfeangebote müssen deutlich ausgebaut werden mit dem Ziel, Hilfebedürftige früher im Hilfesystem an zu binden.
  • Drogenkonsumräume und Drug Checking-Angebote flächendeckend in der Bundesrepublik Deutschland umsertzen, nicht nur in wenigen Bundesländern.
  • endlich Werbeverbote für alle suchterzeugenden Substanzen sowie Glücksspiele, und hier insbesondere für Sportwettenwerbung.
  • Aufklärungsarbeit und Forschung im Bereich „Entstigmatisierung von Sprache“ finanzieren. Hier ist eine deutliche Sensibilisierung notwendig.
Condrobs unterstützt Forderungen

Condrobs schließt sich vollumfänglich an. Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der die Einrichtung von Drogenkonsumräumen in Bayern ermöglicht. Drogenkonsumräume sind notwendige Schritte zur Vermeidung von Drogentodesfällen und tragen dazu bei, dass Konsument*innen einen sicheren Ort für den Konsum haben.

Zudem ist es dringend erforderlich, Drug Checking in Bayern einzuführen, um Überdosierungen zu verhindern und einen einfachen Kontakt zu den Konsument*innen herzustellen, die bisher schwer über das Präventions- und Hilfesystem erreichbar waren. Studien haben gezeigt, dass Drug Checking den Drogenkonsum reduzieren kann, da Konsument*innen oft gegen den Konsum von stark verunreinigten oder hochdosierten Substanzen entscheiden.

Situation der Betroffenen verbessern

Wir appellieren an die bayerische Staatsregierung, ihre bisherige Haltung aufzugeben und einen respektvollen Umgang mit den Suchtkranken zu gewährleisten. Die Einführung von Drogenkonsumräumen und Drug Checking ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Leben der Betroffenen zu schützen und ihre Würde zu wahren. Die Umsetzung dieser Forderungen wird dazu beitragen, das Leben von suchtkranken Menschen zu verbessern, Überdosierungen zu verhindern und die gesamtgesellschaftliche Sicherheit zu stärken. Es ist an der Zeit, dass Bayern proaktive Maßnahmen ergreift, um die Situation der Betroffenen zu verbessern und eine moderne Suchtpolitik zu fördern.

Keine Kürzungen 

Zudem fordern wir im Einklang mit fdr+ die Bundesregierung auf, von den Kürzungen um rund 4 Mio. Euro in 2024 im Bereich der „Aufklärungsmaßnahmen auf dem Gebiet des Drogen- und Suchtmittelmissbrauchs“ abzusehen und diese Mittel im Gegenteil noch zu erhöhen! Dies ist gerade angesichts des bevorstehenden Gesetzes zur Cannabisregulierung von großer Bedeutung. Eine erfolgreiche Regulierung erfordert Aufklärungsarbeit und leicht zugängliche Angebote für Menschen, die Fragen und Unsicherheiten zu den geplanten Maßnahmen haben.

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